Stillen

Was spricht dafür, dass ich mein Kind stille?

Muttermilch ist die optimale Ernährung für dein Baby, es gibt nichts Besseres! Sie ist leicht verdaulich und enthält Abwehrstoffe, die dein Baby vor Infektionen schützen. Sie passt sich immer den Bedürfnissen deines Kindes an, ist keimarm, immer verfügbar und spart außerdem viel Geld, weil sie kostenlos ist. Stillen vermittelt deinem Baby Geborgenheit und Nähe, alle fünf Sinne werden angesprochen und auch die Gesichtsmuskulatur wird gut trainiert – das ist ganz wichtig für die Sprachentwicklung und die Zahnstellung später. Mamas, die Stillen, erleben eine raschere Gewichtsreduktion, die Rückbildung der Gebärmutter wird gefördert und die Stillhormone wirken entspannend – ganz einfach nebenbei. Ist doch richtig gut durchdacht von der Natur, oder?

Wie kann ich mich in der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereiten?

Durch Hormone verändert sich die Brust bereits in der Schwangerschaft. PH-neutrale Körperreinigungspflegeprodukte werden empfohlen. Hohlwarzen (Brustwarzen stehen, wenn dir kalt ist, nicht heraus, sondern bilden eine Falte nach innen) können in den letzten Wochen vor der Geburt speziell vorbereitet werden. Wir beraten dich gerne. Du hast eine Freundin oder Bekannte, die stillt? Dann nütze die Gelegenheit, dich mit ihr auszutauschen und auch zuzuschauen, wie sie es macht. Das kann dich in deinem Wunsch zu stillen sehr bestärken. Außerdem gibt es gute Literatur und auch Stillbroschüren, die du bei uns bekommst. In unserem Geburtsvorbereitungskurs räumen wir dem Stillen auch viel Platz ein und widmen ihm eine ganze Einheit. Es ist gut, wenn du schon vorher viel weißt, dann gelingt der Stillbeginn noch besser.

Was ist besonders wichtig, wenn mein Baby da ist, damit mir das Stillen gut gelingt?

Ganz wichtig für euch beide ist der ungestörte Hautkontakt. Messen, Wiegen und Baden – das kann alles später passieren. Dein Baby hat einen ausgeprägten Instinkt und sucht innerhalb der ersten Lebensstunden ganz von selbst die Brust. Und wenn nicht, dann kann man gemeinsam ein bisschen nachhelfen. Dein Baby sollte 24 Stunden rund um die Uhr bei dir sein und wenn du bemerkst, dass es die Augen rollt, schmatzt, an den eigenen Fingern saugt, dann ist es wieder Zeit, es an die Brust zu nehmen. 8 bis 12 Mal in 24 Stunden darf und soll dein Baby an der Brust saugen, um sie optimal anzuregen. Meist meldet es sich von selbst, manchmal ist es gut, es aufzuwecken, damit es wieder saugt, wenn es lange Pausen macht. Vergiss nicht, jedes Baby ist anders! Manche sind sehr gemütlich und manche möchten am liebsten dauernd saugen.

Was sollte ich in den ersten Tagen vermeiden, um den Stillbeginn optimal zu gestalten?

Fläschchen, Stillhütchen und Schnuller stören den Stillbeginn, denn dein Baby soll in erster Linie lernen, richtig an der Brust zu saugen. Manche Babys wissen sofort, was zu tun ist und andere erlernen in den ersten Tagen, mit Geduld und Unterstützung, wie es geht. Manchmal kann es notwendig sein, dass ein Baby  Nahrungsergänzung benötigt. Das stellt aber beim gesunden Neugeborenen eine Ausnahme dar. Für dich selbst ist es wichtig, dass du dich zwischendurch ausruhen kannst, also dass du in den ersten Tagen besser nur wenig Besuch bekommst. Schlaf und Ruhe sind ganz wichtig für dich.

Wie pflegt man die Brustwarzen am Anfang und stimmt es, dass Stillen am Anfang ziemlich  schmerzhaft sein kann?

Es lohnt sich, am Anfang durchzuhalten, wenn auch die ersten paar Züge deines Babys weh tun. Jede von uns ist anders – manchen Frauen macht es gar nichts, und manche sind rund um die Brustwarzen sehr empfindlich. Nach dem Stillen ist es optimal, die Brustwarzen lufttrocken zu lassen. Wir verwenden gerne Salben mit Wollfett zur Pflege, um Irritationen vorzubeugen. Wenn die Brustwarzen schmerzen, gibt es kühlende Kompressen, Heilessenzen und den Kaltlichttherapielaser, zur Linderung von Beschwerden. So legen sich die Schmerzen üblicherweise nach wenigen Tagen. Am Wichtigsten aber ist es, auf eine korrekte Anlegetechnik zu achten, die wir  dir gerne zeigen.

Ich habe gehört, dass es verschiedene Stillpositionen gibt – ist das wichtig?

Du lernst, wenn du verschiedene Stillpositionen probierst, ein gutes Handling mit deinem Baby und die Brüste werden immer optimal von allen Seiten entleert. Denn dort, wo das Unterkiefer deines Babys hinzeigt, wird die Brust besonders gut entleert. Die Brustwarzen werden am Anfang entlastet, wenn das Baby von verschiedenen Positionen her ansaugt, denn die ersten Züge sind häufig unangenehm. Du solltest dir in jedem Fall den Wiegegriff, den Rückengriff und das Stillen in Seitenlage von uns zeigen lassen.

Ich hab gehört, dass Babys am Anfang Gewicht verlieren – worauf muss ich achten?

Es ist ganz normal, dass Babys nach der Geburt zwischen sieben und zehn Prozent ihres Geburtsgewichtes verlieren. Sie scheiden in den ersten 24 Stunden das Mekonium aus, sie müssen saugen, atmen, sich bewegen und schreien – all das verbraucht Energie. Aber keine Sorge, viele Mamas gehen nach ein paar Tagen nach Hause und das Baby hat bereits wieder sein Geburtsgewicht erreicht. Wir kontrollieren das Gewicht deines Babys ein Mal täglich. Bis zur ersten Kinderarztuntersuchung ist es dann ausreichend dein Baby ein bis zwei Mal in der Woche zu wiegen – z.B. bei uns in der Privatklinik.

Wie weiß ich, dass mein Kind genug bekommt?

Jedes Baby und jede Mama ist anders, achte auf eure Bedürfnisse und weniger auf Uhrzeiten! Je häufiger es gestillt wird, desto mehr Milch wird produziert. Das Baby verlangt auch bei Wachstumsschüben nach ein paar Wochen und nach ein paar Monaten selbst häufiger die Brust, damit wieder mehr Milch produziert wird. Es hat mindestens fünf bis sechs Mal nasse Windeln pro Tag und in den ersten Wochen mindestens drei Stuhlentleerungen in 24 Stunden. Es wirkt gesund, wach und zufrieden. Der Stuhl ist gelb, salbenartig, bröckelig  und auch dünnflüssig. Später darf ein gestilltes Kind auch ein paar Tage keinen Stuhl haben, das ist auch normal, wenn es ansonsten zufrieden und munter wirkt.

Wie lange soll ich stillen und braucht mein Baby Tee dazu?

Während der ersten Lebensmonate ist Muttermilch die ideale Nahrung. Die Einführung der Beikost soll je nach Entwicklungsgrad des Kindes um das 6. Lebensmonat erfolgen, nicht jedoch vor Beginn des 5. Monats (17. Lebenswoche) bzw. nach Ende des 6. Monats (26. Lebenswoche). Tee braucht dein Baby nicht, es kann aber sein, dass es im Sommer, wenn es heiß ist, häufiger und kurz an der Brust trinkt, weil die Vordermilch ein guter Durstlöscher ist, während die Hintermilch fetter und nahrhafter ist. Es hängt auch von deinen Lebensumständen ab, wie lange du stillen kannst, aber selbst eine kurze Stillzeit ist eine wertvolle Zeit für euch beide.

Auf was soll ich besonders achten, wenn ich zu Hause bin?

Auch zu Hause ist es in den ersten Wochen wichtig, dass du im Haushalt Unterstützung hast und dass du ausreichend Schlaf findest. Die Unterstützung deines Partners ist dann besonders wichtig – er kann dich in deinem Wunsch zu stillen, tatkräftig unterstützen, indem er dich umsorgt und euch beide pflegt. So fühlt er sich auch nicht ausgeschlossen, sondern gebraucht und wichtig. Bei Stillproblemen, Schmerzen, geröteten oder harten Brüsten solltest du dir gleich Hilfe und Rat holen und es keinesfalls anstehen lassen.

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